Hey @Spessartbrett
Ja, ist eine häufige Frage. Das Prinzip von Analysen ist auf den ersten Blick eigentlich relativ simple: Bei einer Analyse wird ermittelt, wie oft eine bestimmte User-Aktion stattgefunden hat. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Es gibt viele Faktoren, durch die die Bestimmung einer präzisen Zahl schwierig wird. Dazu gehört beispielsweise, dass jeder Browser einen Customer Event anders definiert. Aber auch die Datenschutzeinstellungen oder die Internetverbindung eines Kunden können sich auf die Ermittlung von Analysekennzahlen auswirken.
Viele Marketingfachleute fragen sich auch, ob sie Universal Analytics weiterhin als tägliche Analyseplattform nutzen oder auf den neuen property type Google Analytics 4 (GA4) umsteigen sollen. Das gilt besonders nach der Ankündigung von Google am 16. März 2022, dass GA4 ab dem 1. Juli 2023 die einzige Option sein wird.
Das Data-Modell von UA ist ziemlich anders von dem des GA4, dass mehr auf Data Streams aufgebaut ist. Anstatt Page Views und Sessions als Grundlage des Daten Tracking zu haben, verwendet GA4 Events. Und Pageviews zählen jetzt auch als Events. Ist das aber robust genug im GA4, um qualitative Daten zu bekommen? Nein, und daher empfiehlt man beide noch eine Weile zu verwenden bis Google GA4 (noch im Beta) weiterentwickelt wird.
Mit UA werden Trefferdaten also auf Basis von Sitzungen und Seitenaufrufen gesammelt. Wenn eine neue Seite geladen wird, sammelt der UA-Eigenschaftstyp diese Daten. Die “Ereignisse”, die nach dem Laden der Seite passieren (Schaltflächenklicks, Scrollen, Downloads, Videowiedergabe usw.) werden standardmäßig NICHT erfasst. Um diese Ereignisse zu verfolgen, brauchen wir die Hilfe von Google Tag Manager den man eigentlich nur mit Shopify+ verwenden kann.
Mit GA4 werden alle Daten (auch Seitenaufrufe) als Events erfasst. Das macht manches einfacher (zum Beispiel werden einige Ereignisdaten automatisch erfasst) und manches schwieriger. So können z. B. Klicks auf externe Links mit GA4 automatisch erfasst werden, während Klicks auf interne Links immer noch komplizierter sind, um sie einzurichten.
Wenn du aber unterschiedliche Ergebnisse in den Analytiken siehst dann kann es verschiedene Ursachen geben wie z. B.:
- Es kann sein, dass zwei unterschiedliche Analytics-Tools das Neuladen von Seiten und eindeutige Besucher unterschiedlich zählen. Google zählt zum Beispiel jedes Neuladen einer Seite, ein Browser hingegen zählt neu geladene Seiten nicht, die sich bereits im Cache befinden. Es kann auch sein, dass zwei unterschiedliche Analytics-Tools Sessions anders ermitteln. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Software Bots als Besucher zählt, eine andere Software hingegen Bots von der Analyse ausschließt (“Bot squashers”).
- Google kann nur Besucher zählen, die JavaScript und Cookies aktiviert haben. Manche Besucher lassen jedoch das Tracking, die Cookies, oder JavaScript nicht zu, wie User die Apple’s ATT und/oder Safari’s ITP aktiviert haben.
- User können auch mithilfe von Browsererweiterungen verhindern, dass Google Analytics ihre Sitzungen und Käufe verfolgt.
- Aufgrund unterschiedlicher Zeitzonen können Diskrepanzen bei den Berichten auftreten. Informationen zum Ändern der Zeitzone in Google findest du hier.
- Es ist unwahrscheinlich, dass alle Analytics-Dienste die gleichen Tracking-Methoden verwenden. Daher ist es völlig normal, dass Besucher unterschiedlich erfasst werden. Einzelheiten dazu, wie Informationen aufgezeichnet werden, sind jedoch geschützte Informationen und werden niemals veröffentlicht.
Abweichungen bei Besucherzahlen
Einige Berichte enthalten eine Spalte mit Informationen über Visitors (Besucher). Diese Spalte gibt Auskunft darüber, wie viele Einzelpersonen eine bestimmte Aktion durchgeführt haben oder auf wie viele Einzelpersonen ein bestimmtes Merkmal zutrifft. Die angegebene Gesamtzahl ist lediglich eine Schätzung.
Bei einigen Berichten (wie z. B. Sitzungen in einem bestimmten Zeitraum) kann ein Kunde für mehrere Analysekennzahlen als Besucher gezählt werden. Ein Kunde kann zum Beispiel auf einer Social-Media-Plattform auf deinen Onlineshop aufmerksam werden und den Shop über einen Social-Media-Link besuchen. Nehmen wir nun an, diese Person besucht deinen Shop einige Tage später erneut, dieses Mal aber direkt durch Eingabe des Links in die Adresszeile des Browsers. Das führt dazu, dass der Besucher sowohl unter Direct (Direktbesuch) als auch unter Social (Social Media) aufgeführt wird, jedes Mal mit dem Wert 1 (1x als Direktbesuch und 1x als Social-Media-Besuch). Da beide Besuche allerdings von derselben Person stammen, wird unter “Besucher insgesamt” der Wert 1 angezeigt (anstatt beide Besuche zusammenzurechnen und 2 Besucher aufzuführen). In der Spalte Sessions (Sitzungen) hingegen wird aufgeführt, dass die Website zweimal besucht wurde.
Andere Berichte hingegen zählen die Besucher zusammen, sodass im Bericht eine ungefähre Gesamtzahl angegeben werden kann. Wenn die Gesamtzahlen dieser Berichte in anderen Berichten verwendet werden, ist das Resultat manchmal höher oder niedriger als die Zahl, die bei der Zusammenrechnung der einzelnen Zeilen herauskommt.
Auswirkungen von Cookie-basierter Erhebung von Kundendaten und Analysen
Cookies sind kleine Textdateien, die Websites auf dem Gerät des Kunden ablegen, während dieser im Web unterwegs ist. Sie werden vom Webbrowser verarbeitet und gespeichert. Cookies sind grundlegende Vorraussetzungen für viele der Analysen deines Onlineshops – insbesondere die, die das Nutzerverhalten auf deiner Website widerspiegeln (z. B. Anzahl an Sitzungen, besuchte Seiten, angeklickte Links).
Cookies können viele Informationen enthalten. Manchmal sogar genug, um einen Benutzer zu identifizieren. An vielen Orten auf der Welt gibt es Gesetze und Regulierungen, die bestimmen, welche Informationen erhoben werden können und wann sie erhoben werden können. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die ePrivacy-Richtlinie sind zwei wichtige Regulierungen, die angeben, wann und wie Händler in der EU Nutzerdaten erheben und verwenden dürfen.
Wenn du ein Händler bist, der an Kunden aus der EU, dem EWR (Europäischer Wirtschaftsraum, der alle Länder der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen einschließt), dem Vereinigten Königreich oder der Schweiz verkauft bzw. der sich selbst in einer dieser Regionen befindet, bist du möglicherweise bereits auf dieses Thema gestoßen und hast die nötigen Anpassungen an deinen Datenschutz-Einstellungen von Kunden vorgenommen.Wenn du die Option “Nach Zustimmung erhoben” oder “Teilweise nach Zustimmung erhoben” ausgewählt hast, besteht die Möglichkeit, dass deine sitzungsbasierten Daten von Benutzern beeinträchtigt werden, die ihre Einwilligung zur Verwendung von Cookies zu Analyse- und Marketingzwecken nicht erteilen.Anders ausgedrückt bemerkst du ggf. einen Abfall bei der Anzahl der Sitzungen, nachdem du diese Einstellung geändert hast, sowie Änderungen an Kennzahlen, die Sitzungen für ihre Berechnung verwenden (z. B. Conversion-Rates).