Konto über Elternteil laufen lassen

Topic summary

Ein 16-Jähriger möchte ein Dropshipping-Gewerbe anmelden, erhielt jedoch vom Amtsgericht eine Absage, da Shopifys AGB ein Mindestalter von 18 Jahren vorschreiben. Er fragt, ob sein Vater ein Konto erstellen könnte, das er für sein eigenes Gewerbe nutzt.

Antwort und Warnungen:

  • Ein Elternteil kann das Shopify-Konto eröffnen, wobei dessen Daten für Vertragsabschluss und Banking-Partner-Verifizierung (Geldwäschegesetz) verwendet werden.
  • Der Minderjährige könnte seine eigene USt-IdNr. und Steuer-ID für steuerliche Aspekte nutzen.
  • Vertragliche Verpflichtungen gegenüber Shopify lägen beim Erziehungsberechtigten.

Starke Warnung vor China-Dropshipping:

  • Schlechte Produktqualität, oft ohne CE-Zertifizierung
  • Lange Versandzeiten (4-6 Wochen)
  • Hohe Reklamationsraten
  • Haftungsrisiko als Verkehrsinbringer: Bei Produktschäden (z.B. Brand durch defektes Haushaltsgerät) haftet der Händler persönlich
  • Gewährleistungspflicht von 2 Jahren in Deutschland

Offene Frage: Der Fragesteller ist unsicher, ob bei Produktfehlern sein Unternehmen oder der Erziehungsberechtigte haftet, trotz dass das Shopify-Konto auf den Elternteil läuft.

Summarized with AI on October 28. AI used: claude-sonnet-4-5-20250929.

Ich bin 16 und möchte ein Dropshipping Gewerbe anmelden und habe auch schon ein Antrag beim Amtsgericht gestellt, da ich aufgrund meiner Minderjährigkeit deren Zustimmung benötige.
Nun habe ich die Rückmeldung erhalten, dass mein Vorhaben nicht möglich wäre, da man laut Shopifys AGBs 18 sein muss, um ein Konto zu erstellen.
Nun wollte ich fragen, ob die Möglichkeit bestünde, dass mein Vater sich ein Konto für sich erstellt, welches ich benutze und welches trotzdem für mein Gewerbe genutzt wird. Also ob ich für mein eigenes Gewerbe ein Konto von meinem Vater benutzen kann.

Danke im Voraus für eine Rückmeldung!

Da du wahrscheinlich diese Antwort nie lesen wirst, werde ich dir diese Threads hier ans Herz legen → bitte alle lesen.

TL;DR: Das China DS ist heutzutage nicht mehr zu empfehlen, aufgrund 1) der schlechten Qualität der Produkte, die beispielsweise meistens nicht einmal CE Zertifiziert sind, und 2) der hohen Reklamierungen der Kunden bei billigen China Produkte, und bei den langen Versandzeiten (bis zu 4-6 Wochen aus China).

Du als Verkehrsinbringer der China Produkte:

Wenn einer deiner Kunden in deinem Shop ein billiges Haushaltsgerät für €50 kauft und es in der Küche beim Einstecken in die Dose in Flammen aufgeht, dann haftest du als Verkehrsinbringer. Hier die Haftungsszenarien von einer schnellen Google-Suche genommen:

Produktsicherheit und CE-Kennzeichnung:

  • Als Händler bist du dafür verantwortlich, dass alle Produkte, die in der EU vermarktet werden, sicher sind und die EU-Normen erfüllen. Dies beinhaltet die Überprüfung, ob die Produkte die notwendige CE-Kennzeichnung tragen, was anzeigt, dass das Produkt den EU-weiten Anforderungen entspricht.

Gewährleistung:

  • Du haftest für Gewährleistungsansprüche, wenn die Produkte Mängel aufweisen. Dies bezieht sich auf die gesetzliche Gewährleistung, die in Deutschland zwei Jahre beträgt.

Haftung für Produktfehler:

  • Sollte ein Produkt einen Schaden verursachen, kann der Geschädigte dich als Verkäufer in Anspruch nehmen. In Deutschland gilt das Produkthaftungsgesetz, das eine Haftung auch ohne Verschulden vorsieht, wenn ein Produkt fehlerhaft ist.

Informationspflichten:

  • Du bist verpflichtet, den Konsumenten angemessene Warnungen und Informationen über das Produkt bereitzustellen. Fehlen solche Informationen und es entsteht ein Schaden, könnte das ebenfalls zu einer Haftung führen.

Hinzukommt, das die Übermittlung der personenbezogenen Daten (PII) deiner Kunden an die China Dropshipping Supplier in ein Land außerhalb des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) - darf nur erfolgen, wenn dieses Land ein von der EU-Kommission genehmigtes angemessenes Datenschutzniveau bietet. China hat derzeit kein solches Abkommen mit der EU, was bedeutet, dass zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

In diesem hier, ist das FAZIT folgendes:

Ganz so einfach ist das nicht. Die Banking Partner (Stripe - das Shopify Payments schmeißt, Visa, PayPal, Klarna usw.) sind hier super streng geworden, da deine Produkte über deren Payment Gateways im Shopify Checkout bezahlt werden. Auch wenn du als Minderjähriger für geschäftsfähig erklärt wurdest (was in Deutschland durch das Familiengericht geschehen kann), ändert dies nichts an den Nutzungsbedingungen von Plattformen wie Shopify, und den Banking Partner, die ein Mindestalter von 18 Jahren voraussetzen.

Alle Plattforms machen sich ja auch haftbar wenn ein Kunde dich anzeigen oder verklagen würde, aus irgendeinem Grund, und das Gericht sagt, das Stripe, Visa, PayPal, Klarna, und Shopify einen Minderjährigen auf der Plattform haben unerlaubt Produkte oder Services in den öffentlichen Verkehr bringen lassen.

Es ist möglich, dass ein Elternteil oder ein gesetzlicher Vertreter das Konto in deinem Namen eröffnet. In diesem Fall würden die Daten des Elternteils für das Konto verwendet denn die Banking Partner verlangen ja eine Überprüfung aller Unterlagen bevor man richtig loslegen kann, auch aufgrund des strenger gewordenen Geldwäschegesetz.

Du könntest dann deine eigene USt-IdNr. und Steuer-ID für die steuerlichen Aspekte des Shops verwenden, aber die vertraglichen Verpflichtungen und das Konto selbst wären auf den Namen des Erziehungsberechtigten.

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Vielen Dank für die passende Antwort und die zusätzlichen Infos! :slightly_smiling_face:

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Eine Frage noch: Was meinst du genau wenn du sagst: „aber die vertraglichen Verpflichtungen und das Konto selbst wären auf den Namen des Erziehungsberechtigten.“.

Damit ist doch nur gemeint, dass sie quasi die Pflicht haben, das Shopify Abo zu bezahlen und den Shopify AGBs zu folgen. Sie müssen aber nicht Produktfehler oder rechtliche Fehler meines Shopes, da ich ja mit meinem Unternehmen dafür hafte oder?