Print on Demand Reklamationen reduzieren!

Topic summary

Ein Shopify-Händler verkauft Print-on-Demand-Produkte und kämpft mit steigenden Reklamationen wegen Passform und Nichtgefallen. Da der Druckanbieter solche Retouren nicht akzeptiert, trägt der Händler das finanzielle Risiko trotz des 14-tägigen Widerrufsrechts in Deutschland.

Zentrale Fragen:

  • Wie kann man Kunden im Checkout besser auf Größentabellen hinweisen?
  • Kann das Widerrufsrecht bei individuell bedruckten Produkten ausgeschlossen werden?

Vorgeschlagene Lösungen:

  • Rechtliche Absicherung: Personalisierte Waren können vom Widerrufsrecht ausgeschlossen werden (§312g BGB in Deutschland, §18 Fernabsatzgesetz in Österreich). Dies muss explizit in den AGB und auf der Produktseite kommuniziert werden.
  • Checkout-Optimierung: Auch ohne Shopify Plus können vorhandene Textfelder “entführt” werden, um wichtige Hinweise einzublenden. Apps für Pop-ups oder Hinweise im Warenkorb werden empfohlen.
  • Transparente Kommunikation: Größentabellen prominent auf Produktseiten platzieren und deutlich machen, dass Produkte erst nach Bestellung gefertigt werden.

Status: Die Diskussion bleibt offen; der ursprüngliche Poster hat noch nicht mitgeteilt, welche Lösung umgesetzt wurde. Rechtliche Beratung wird dringend empfohlen.

Summarized with AI on October 24. AI used: claude-sonnet-4-5-20250929.

Liebe Comunity,

ich habe seit einem halben Jahr einen Shopify Store in dem ich Print on Demand Produkte mit meinen Designs verkaufe. Ich habe einen Anbieter der meine Waren nach Bestellung des Kunden druckt und direkt versendet.

Bisher lief alles gut, leider häufen sich die Reklamationen (Passform weicht vom Produktbild ab, gefällt nicht etc etc.) Da Kunden in Deutschland ja 14 Rückgaberecht haben muss ich also die Stornierung bzw. Geld zurück anbieten. Nun nimmt aber mein Druckanbieter keine Reklamationen wegen Größen oder nichtgefallen nicht zurück. Das bedeutet “unternehmerisches Risiko” etc. liegt bei mir das ist mir leider bewusst.

Meine Frage:

1. Gibt es ein Tool oder eine Möglichkeit beim Checkout noch einmal darauf hinzuweisen, das die Größentabellen beachtet werden sollen damit ggf. die Kunden die Ware eine Nummer größer bestellen sollten?

2. Sollte darauf hingewiesen werden, das die Ware erst gedruckt wird bei Bestellung und kann somit ein Umtausch ausgeschlossen werden?

Was wäre Eure Lösung bzw. wie handhabt Ihr soetwas?

Liebe Grüße
Dennis

Vorweg: ich bin juristischer Laie und das Folgende ist keine Rechtsberatung. Schnapp dir am besten Juristen und lass dir das von denen optimieren:

Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass du deine Ware “personalisiert” verkaufst.

Personalisierte Ware kannst du normalerweise vom Widerrufsrecht ausschließen, was du auch in den AGB entsprechend formulieren solltest. Ich nehme an, dass dein Lieferant entsprechende AGB selbst hat, von denen du dich inspirieren lassen kannst. Im B2B ist die 14 Tage Widerrufsfrist generell obsolet (wird aber meiner Erfahrung nach normalerweise trotzdem so eingeräumt).

in Österreich ist sind die Ausnahmen im p18 Fernabsatzgesetz geregelt - Deutschland ist meines Wissens analog aufgestellt:

Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt wurden oder auf die persönlichen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind;

Jetzt musst du dann noch überlegen, was weniger Schaden ist – die mögliche Rückware bei Kulanz oder der möglicherweise verärgerte Kunde bei strengerer Handhabe der juristischen Möglichkeiten.

Die Hinweise die du ansprichst machen keinen Unterschied. Es gibt gesetzliche Hinweispflichteb, die du einhalten musst (z.B. um den Widerruf zu deinen Gunsten besser zu regeln), aber der Hinweis auf Größe und Personalisierung ist darüber hinaus eine reine Prozessdesignentscheidung.

LG, Mario

Wahrscheinlich hast Du Recht. Es ist leider schwierig. Ich habe letztelich vor Kurzem einen Medien Anwalt gefragt der hatte mir einfach ma Pauschal erzählt er möchte für die Ausarbeitung des impressums, Datenschutz und Widerrufsrecht einfach mal 1100.- haben. Oh Mein Gott, hätte echt gedacht, es gibt für Shops die mit Print on Demand arbeiten schon fertige Rechtstexte die pauschal schonmal drauf hinweisen.

Danke für Deine Zeit r8r

Moin DickPig,

habe auch vor so einen Store zu eröffnen. Darf man fragen wie du das letztlich gelöst hast?

lg

Hallo @DickPig

Du hast es sicher schon öfter gehört, der Checkout ist nur ab Shopify Plus anpassbar.

Es besteht jedoch die Möglichkeit vorhandenen Textfelder des Checkouts zu entführen und mit Text zu erweitern, bzw Text komplett zu ändern. So könntest du also zumindest die Info an eine Stelle des Checkouts bringen, auch wenn Du diesen nicht wirklich ändern kannst.

Es bäte sich zum Beispiel an den Hinweis zum Akzeptieren von Marketing auf der ersten Seite des Checkouts relativ weit oben an zu erweitern, oder der Text der weiter “hinten” im Checkout auf den Datenschutz (bei deutschen Shops) hinweist.

Gruss Guido

Hallo Dennis,

das Problem kennen viele, die mit Print on Demand arbeiten – vor allem in Verbindung mit dem 14-tägigen Widerrufsrecht in Deutschland.

  1. Ein Hinweis im Checkout ist auf jeden Fall sinnvoll. Am besten platzierst du die Größentabelle sehr sichtbar direkt auf der Produktseite und zusätzlich noch einmal im Warenkorb oder Checkout. Dafür gibt es in Shopify auch entsprechende Apps, die dir Hinweise oder Pop-ups einblenden können.

  2. Ja, es ist wichtig klar zu kommunizieren, dass es sich um individuell gefertigte Produkte handelt, die erst nach Bestellung produziert werden. Damit kannst du dich zumindest teilweise auf die Ausnahme vom Widerrufsrecht (§ 312g BGB) berufen, da individuell bedruckte Produkte vom Rückgaberecht ausgenommen sind – allerdings musst du das explizit in deinen AGB und auf der Produktseite erwähnen.

Meine Empfehlung:

  • Transparente Kommunikation auf der Produktseite und im Checkout.

  • Deutlich sichtbare Größentabellen.

  • Rechtstexte (AGB, Widerrufsbelehrung) unbedingt prüfen lassen, um dich rechtlich abzusichern.

So reduzierst du Reklamationen und bist gleichzeitig rechtlich auf der sicheren Seite.

Viele Grüße