Hey Arthur! @Arthur21
Danke für die Angaben und hier geht es um zwei sehr versch. Dinge wie ich in deinem neuesten Beitrag lese. Der Titel dieses Leitfaden ist “Shopify Backend extrem langsam”. Du sagst aber dass “Kunden hatten auch schon über die sehr lange Checkout Ladezeiten berichtet.”
Wie du ja weißt, ist das Shopify Admin/Backend etwas anderes als das Shopfront und beide werden von ganz verschiedenen Systemen gesteuert, sprich, das Frontend wird überwiegend vom CDN verwaltet und das Backend von Amazon AWS Server Farms. Das CDN stellt deinen Shop Frontend Inhalt dem Kunden “vorort” zur Verfügung über ein Netzwerk von dezentralen Server.
Wenn jemand in USA, Irland, oder in Neuseeland in dein Shop über eine Ad kommt dann wird dein Shop nicht vom Backend Server in der EU geladen sondern von einem gecachten Server in der Nähe des Kunden vor Ort.
Wenn Kunden also von langsamen Ladezeiten berichten dann hat dies 99% der Zeit mit Faktoren auf Kundenseite zu tun (die kann ich gerne auflisten falls das hilft).
Wir haben diese Faktoren schon lange recherchiert, also ergibt sich dieses Ergebnis aus Recherche und harten Daten der letzten 10 Jahren, sowohl von unseren Entwickler als auch von den Entwickler Teams von Cloudflare, Fastly, Google und Amazon. Es gibt keine “schnelleren Server”, auf die ein Shop verschoben werden kann, selbst wenn es sie gäbe, würde das hier nichts lösen, da die Anfragen größtenteils außerhalb von Shopify gestellt werden. Kunden werden sich immer über langsame Ladezeiten beschweren, wie du ja weißt, auch wenn du dein Shop schon mehrmals gebenchmarkt hast und es keine Probleme mit den Ladezeiten gab. Gelegentlich kann ein Shop aufgrund der Internetqualität vorort fälschlicherweise als langsam angesehen werden. Man kann gerne die in Chrome eingebauten Entwickler-Tools oder drittanbieter Tools wie Pingdom verwenden, um die Quelle der Ladezeiten zu ermitteln.
Beispiel: Unser CDN stellt alle Assets über HTTP/2 bereit. Dies reduziert den Overhead durch die Verwendung einer einzigen TCP-Verbindung mit gemultiplexten Streams, anstatt mehrere Verbindungen gleichzeitig zu öffnen. HTTP/2 und HTTP/3 wird nun auch auf allen Storefronts unterstützt (und ist derzeit aktiviert). Drittanbieter Online Scans können immer noch fälschlicherweise sagen, dass dies nicht der Fall ist.
Man kann auch eine Technik namens gzip-Komprimierung verwenden. Gzipping reduziert die Bandbreite der Pages und verringert dadurch die HTTP-Antwort. Shopify wendet diese Komprimierungstechnik auf CSS, JavaScript, beliebige Dokumente (z. B. PDFs) und die Seite selbst an. Wir aktivieren auch die Keep-Alive-Funktion, die es dem Browser ermöglicht, mehr als eine Datei auf einmal abzurufen.
Die meisten Shopify-Theme-Entwickler minifizieren ihre CSS- und JS-Theme-Dateien bereits. Wenn man ein benutzerdefiniertes Theme verwendet, kann ein Experte prüfen, ob die CSS- und JS-Dateien des Themes minifiziert sind. Dies ist etwas, das in das Theme eingearbeitet werden muss, es ist keine Shopify-seitige Einstellung. Man kann also HTML-Kommentare, CDATA-Abschnitte, Leerzeichen und leere Elemente entfernen, um die Seitengröße zu verringern, die Netzwerklatenz zu reduzieren und die Ladezeit zu beschleunigen. Für die nicht-externen Dateien, auf die man Zugriff hat, können man diese Ressourcen mit einem Tool wie Refresh-SF minifizieren.
Shopify komprimiert JPG-Bilder automatisch durch unseren Kompressionsalgorithmus. Bilder können zusätzliche Kommentare enthalten und nutzlose Farben verwenden, die nicht sichtbar sind, aber die Dateigröße erhöhen. Die Bildgröße auf ein Minimum zu beschränken, ist eine große Hilfe für Benutzer mit langsamen Verbindungen. Das Speichern von Bildern im JPG-Format ist die beste Wahl für ein komprimiertes, aber visuell ansprechendes Bild. Wir empfehlen, Bilddateien zu verwenden, die für beste Ergebnisse bereits optimiert sind, anstatt sich auf unser automatisches System zu verlassen. Außerdem werden Bilder in Shopify jetzt in der Regel im webp-Format bereitgestellt, das einen effizienteren Komprimierungsalgorithmus verwendet, um qualitativ hochwertige Bilder mit höherer Geschwindigkeit bereitzustellen.
Jede externe Ressource muss vom Browser des Besuchers “nachgeschlagen” und dann heruntergeladen werden. Der Browser muss dies für jede Domain, von der dein Shop Ressourcen erhält, mindestens einmal tun. Je mehr Funktionen eine Webseite hat, desto mehr DNS-Lookups werden benötigt, was die Darstellung deutlich verlangsamt. Man kann also die (Advanced) Chrome DevTools Network Analysis, (User Friendly) Pingdom oder (Simple) Shopify Analyzer verwenden, um zu sehen, auf wie viele externe Ressourcen dein Shop verweist und wo man diese reduzieren kann.
Im Durchschnitt macht ein unmodifiziertes Shopify-Theme 40-50 Anfragen, alles was darüber liegt, wurde vom Shopinhaber oder dem Entwickler hinzugefügt. Es gibt keine spezifische Obergrenze, ab der Shops langsam werden. Je mehr Lookups stattfinden müssen und je komplexer (oder ineffizienter) der Code ist, der sie ausführt, desto länger braucht Shopify zum Rendern des Shops in Vorbereitung auf den Download durch den Browser. Dies erhöht die TTFB oder “Zeit bis zum ersten Byte”. Unsere Server und unser Domain-Handling laufen bereits so schnell wie möglich, es kann nicht auf individueller Basis schneller gemacht werden, es kann nur durch ein schlecht entwickeltes oder überlastetes Shopfront verlangsamt werden.
Lass doch deine URL hier wissen und ich kann gerne dein Shop nochmal benchmarken, um zu schauen, ob es irgendwo Schwachstellen gibt. Du kannst natürlich die URL gleich danach hier im Leitfaden wieder löschen.