Hey @dlandmann
Danke nochmal für die wichtigen Punkte aber zunächst ist es wichtig zu betonen, dass Shopify ein best-of-breed SaaS System ist, sprich, ziemlich robust, und während 4000 Einträge in einem JSON-Objekt wie viel erscheinen, ist dies für die meisten modernen Datenbanksysteme und Webtechnologien nicht übermäßig groß. Trotzdem können einige Anfragen insbesondere bei sehr hohem Traffic zu Verzögerungen führen. Meine erste Frage dazu; was für einen Traffic bekommt ihr derzeit oder erwartet ihr in der Zukunft?
Hier einige weitere Überlegungen und Antworten auf deine Fragen - so nach dem Spruch: why fix something if it ain’t broken…
Performanz & Liquid:
- Liquid ist eine serverseitige Templating-Sprache. Das bedeutet, dass der Code in Liquid auf den Shopify-Servern ausgeführt wird und das resultierende HTML an den Client (also den Browser des Benutzers) gesendet wird. Jede zusätzliche Abfrage oder Verarbeitung, die in Liquid durchgeführt wird, kann zu einer Verzögerung bei der Auslieferung der Seite führen, dennoch müsste man das testen und ggf. sind die Unterschiede vernachlässigbar.
Shopify Caching:
- Shopify hat eigene Caching-Mechanismen, um die Performance zu optimieren. Dies erklärt, warum du unterschiedliche Lighthouse-Scores siehst. Unser Support kan ueber das interne System deinen Frontend Cache flushen wenn du uns ein Ticket sendest. Shopify cached vor allem statische Inhalte. Dynamische Inhalte, die sich häufig ändern (z. B. aufgrund von Liquid-Abfragen), könnten jedoch weniger effektiv gecached werden.
Lighthouse Scores:
- Ein Abfall von 100 auf 84 in Lighthouse ist merklich, kann aber durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Es ist wichtig, die Details des Berichts zu analysieren, um die genauen Ursachen für den Leistungsabfall zu ermitteln. Ein Geschwindigkeits-Score von 100 auf 84 in Lighthouse bedeutet aber, dass dein Shop wesentlich schneller ist als ähnliche Shops bei Shopify und v.a. auch auf andere Plattformen.
Alternative Lösungen:
- Anstatt ein großes JSON-Objekt im Shop Metafield zu speichern, könntest du eine externe Datenbank in Betracht ziehen. Diese Datenbank könnte speziell für diese Übersetzungsaufgabe optimiert werden. Mit einer entsprechenden API könnten die notwendigen Daten schnell und effizient abgerufen werden. Ein weiterer Ansatz könnte das Hinzufügen von Übersetzungsmetafeldern auf Produktebene sein, so dass jedes Produkt nur seine spezifische Übersetzung lädt. Das macht den Datenabruf spezifischer und könnte die Ladezeit reduzieren.
Checkout:
- Der Checkout-Prozess in Shopify ist in der Tat bei den meisten Shopify-Plänen eingeschränkt. Dies könnte bedeuten, dass deine Lösung nicht vollständig konsistent über den gesamten Shop hinweg ist, es sei denn, du nutzt Shopify Plus, das mehr Anpassungsmöglichkeiten bietet.
Insgesamt, obwohl 4000 Einträge in einem JSON-Objekt nicht unbedingt ein großes Problem darstellen, könnte die ständige Abfrage und Verarbeitung dieser Daten in Liquid die Performance beeinflussen. Das Auslagern dieser Daten in eine externe Datenbank oder das Speichern auf Produktebene könnten effektivere Lösungen sein. Es wäre auch ratsam, weitere Tests durchzuführen, insbesondere mit einer höheren Anzahl von Produkten und Einträgen, um ein besseres Bild von der tatsächlichen Performance zu erhalten.
Ein weiterer genereller Kommentar zu deinem derzeitigen Vorhaben und Zielsetzen als Shopify Partner, und ob du nicht deine wertvolle Zeit lieber in andere Dinge investieren solltest, wie die Sales und die Vermarktung des Geschäfts deiner Klienten**:**
Ich habe aber jetzt eine Frage an dich, denn du baust ja als Shopify Partner Shops für deine Klienten, wenn ich das richtig sehe? Kann es sein, dass ihr versucht an sehr vielen technischen Lücken im Shopify System zu basteln, oder scheinbar an was ihr als System-Lücken betrachtet? Was ist denn derzeit eure CSAT (satisfaction rate) mit dem derzeitigen Shopify System und was sind für euch die größten Probleme oder fehlende Features des Systems?
- Wahrscheinlich wird es noch weitere Stellen geben, wo man es anpassen müsste. Ich bin mir echt unsicher, ob diese Lösung eine gute Lösung ist…
- Ich denke, ich muss das anders lösen …
Musst du das wirklich? Eigentlich sind die Benchmarks die du oben bereits beschrieben hast kerngesund und best-of-breed. Gibt es hier wirklich so viel Nachholbedarf?
Roll with the punches - Versuchen das SaaS System an eure Bedürfnisse anzupassen - VERSUS - einfach mit den out-of-the-box Features des Systems zu arbeiten so wie sie sind und sich auf das Core Business konzentrieren:
Ist der Ansatz, sehr viel Zeit, Geld und harte Arbeit in solche technische Dinge zu investieren, wie du oben beschreibst, um das System an eure Grundbedürfnisse anzupassen, ein guter Ansatz? Oder wäre es nicht besser mit dem System zu arbeiten, so wie es out-of-the-box ist, und sich mehr auf die Kern-Geschäftsaktivitäten der Shops und Klienten zu konzentrieren - sprich, die Sales zu optimieren?
Ist es nicht wichtiger dass ein Shop anstatt 30 Bestellungen pro Monat, 30-130 Bestellung pro Tag anpeilt? Und wenn ja, erzielt man das mit technischen Know-How oder eher mit unternehmerischen Scharfsinn? Die Gefahr besteht immer, dass man sich sehr schnell mit den technischen Aspekte eines Shops und der Plattform verzetteln kann, und das führt dann meistens in eine Sackgasse, meiner Erfahrung nach.
Man kann sich sehr schnell in eine gewisse Psychologie des Frusts hineinsteigern
Ich sage das nur weil ich in den letzten Jahren mit sehr viele Partner und Händler hier in der Community gearbeitet habe, die sich immer mehr in eine Spirale des Frusts hineingesteigert haben weil Shopify eben nicht “dies oder nicht das hat” oder kann, je nach den eigenen Wertvorstellungen.
Die meisten dieser Stakeholders sind dann letztendlich (meiner Erfahrung nach) aus Shopify ausgestiegen und zu andere mehr lokalisierte Plattformen migriert, die weniger Features haben und wesentlich mehr Arbeitsintensiv sind, wie z. B. Shopware oder Woocommerce (die ständige Updates am laufenden Band verlangen). Das Problem hier war meistens dass man mit gewisse fixierten Erwartungen (fixed mindsets) zu Shopify kommt. Und das (gemischt mit einer Kultur der ständigen Unzufriedenheit mit solchen Dingen und Systeme) stellt keine guten Grundvoraussetzungen dar, um auf Shopify erfolgreich zu werden leider.
Das sind nur meine 2-Cent zu diesem Thema. Das heisst aber noch lange nicht, dass dies bei euch der Fall ist. Ich möchte nur, dass ihr super erfolgreich mit Shopify werdet. Dafür wird aber eine gewisses Growth Mindset vorausgesetzt, und nicht ein Fixed Mindset. Aber das weisst du ja bestimmt selber als erfahrener Experte! 